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Zen: AMD`s Kampfansage an Intel

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Aug
19

AMDs Zen-Chip ist so schnell wie Intels 1.000-Euro-Core-i7

Was für eine Show! AMD hat Summit Ridge vorgestellt und den Zen-basierten Prozessor gegen Intels neuen Achtkern-i7 antreten lassen. Beide Chips sind gleich flott, womit AMD nach über zehn Jahren wieder im High-End-Segment ein würdiger Gegner zu sein scheint.
Wir haben Lisa Su selten so entspannt gesehen: AMDs Chefin hat vor wenigen Stunden in San Francisco die ersten Chips auf Basis der Zen-Architektur angekündigt und auch gleich noch in mehreren Benchmarks deren Leistung demonstriert. „So stark waren wir seit zehn Jahren nicht mehr aufgestellt“, sagte Su sichtlich stolz – und dem Gezeigten nach durchaus zu Recht: Das Desktop-Modell, Codename Summit Ridge, kann es bei 3 GHz Takt mit Intels Core i7-6900K aufnehmen, einem über 1.000 Euro teuren Achtkernprozessor.
Aber der Reihe nach: Die neue Zen-Architektur hat mit der Bulldozer-Technik nichts mehr zu tun, AMD wollte ein skalierbares Design – geeignet für Spieler, für Workstations und für High Performance Computing. Also hat das Team, später unter der Führung von Entwicklerlegende Jim Keller (früher bei Apple – heute bei Tesla), mehrere Jahre lang genau auf dieses Ziel hingearbeitet. Das Resultat für Desktops heißt Summit Ridge und nutzt acht CPU-Kerne, das Topmodell für Zwei-Sockel-Server nennt sich Naples und besteht aus 32 Kernen.

AMD-Zen-IDF-2016-09In beiden Fällen bildet ein Zeppelin-Die die Basis, da Naples wohl aus vier per verbessertem Hypertransport zu einem Multi Chip Module verbundenen Dies besteht. Hergestellt werden sie bei Globalfoundries im modernen 14LPP-Verfahren (14 nm FinFET Low Power Plus) – auf Nachfrage wollte AMD Samsung als möglichen Produzenten nicht bestätigen. Dafür betonte Lisa Su, man sei mit dem auf Transistor-Packdichte optimierten Design sehr zufrieden. Das gelte auch für die Leistungsaufnahme, die Energieeffizienz und die Yield, sprich die Ausbeute an funktionierenden sowie hochwertigen Chips.

Die Zen-Architektur soll pro Takt +40 Prozent schneller als Excavator rechnen, also die Technik der Bristol-Ridge-Chips. Um diese enorme Steigerung zu erreichen, hat AMD viele alte wie neue Ideen in das Design einfließen lassen. Über die Feinheiten werden wir kommende Woche am Mittwoch berichten, daher an dieser Stelle die Kurzfassung: Ein Zeppelin-Die und somit Summit Ridge besteht aus acht Kernen mit SMT für 16 Threads und bezieht seine Daten über ein Dual-Channel-Interface mit schnellem DDR4-Speicher.

Statt CPU-Modulen gibt es wieder klassische Kerne: Das Frontend decodiert vier Befehle pro Takt, der L1-Instruktionen-Cache fasst 64 KByte und der L1-Daten-Cache 32 KByte. Hinzu kommt ein µOp-Cache wie bei Intel und ein mit 512 KByte ziemlich großer L2-Puffer, je acht Kerne teilen sich obendrein 8 MByte L3-Cache. Das Backend mit deutlich mehr Ports und Recheneinheiten wird dank geringerer Latenzen und um den Faktor 5x gestiegener Transferrate weitaus schneller „gefüttert“, wobei AMD insbesondere die bisher schwache Gleitkomma-Leistung (Floating Point) verbessert haben will.

Als Beweis verglich AMD live einen Summit Ridge mit Intels Broadwell-EP alias Core i7-6900K: Beide Chips nutzen acht Kerne und wurden mit 3 GHz getaktet, wenngleich der Takt des Topmodells später höher liegen soll. Im Render-Programm Blender, was vor allem FP-Leistung fordert, rechnen die zwei Prozessoren quasi identisch schnell. Wir haben den Benchmark selbst vor Ort überprüfen und nachstellen können – Summit Ridge ist tatsächlich so schnell wie Intels gut 1.000 Euro teurer i7. Folgerichtig wird AMD für die neuen Zen-Chips auch höhere Preis aufrufen als für die aktuellen FX-Modelle. Weitere Demos waren Deus Ex Mankind Divided in 4K-UHD und Specviewperf 12 für Workstations, jedoch ohne Vergleichsmöglichkeit zu Intel.

Vorerst erscheinen die APUs namens Bristol Ridge für den Sockel AM4, Summit Ridge für die gleiche Fassung folgt Anfang 2017. Auf Testmuster noch für 2016 angesprochen, sagte Lisa Su, das sei kein Ding der Unmöglichkeit – den Handel wird Summit Ridge aber erst Anfang kommendes Jahr erreichen. Im zweiten Quartal folgt Naples für Server, ab Herbst dann Raven Ridge. Diese APUs nutzen vier Zen-Kerne samt integrierter Grafik sowie erstmals L3-Cache und sind für Embedded-Systeme, Desktop-Rechner und Notebooks gedacht.

Ein erstes Fazit

Noch fehlen viele Detailinformationen zu Summit Ridge, die vorhandenen Puzzlestückchen sind aber trotz fehlender i-Tüpfelchen wie AVX512 vielversprechend. Angesichts der Bulldozer-Historie bleiben wir skeptisch, AMD jedoch gibt sich extrem zuversichtlich und die Art der Vorstellung samt gleich mehrerer Benchmarks sowie Demos spricht dafür, dass das Unternehmen im CPU-Segment endlich wieder konkurrenzfähig zu sein scheint.

Gerade mit den pro Takt verglichen mit Broadwell-EP schnelleren Skylake-Quadcores und den kommenden Kaby Lake (X) hat Intel starke Chips für 150 bis 350 Euro im Angebot. Wir sind daher gespannt, wie sich Summit Ridge mit vier und acht Kernen bei alltäglichen Anwendungen und in Spielen schlagen wird – AMD kündigte beispielsweise einen neuen Uncore an.

Wenig überraschend soll es künftig auch Semi-Custom-Chips mit der Zen-Architektur geben, die Frage nach der Xbox Scorpio beantwortete Lisa Su freilich nicht. Wie dem auch sei: Am Ende wäre ein starkes AMD für alle Marktteilnehmer wichtig und danach sieht es momentan aus.

 

Quelle: www.golem.de

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